Wir lieben Leder!

Stoff oder Leder auf Polstermöbel, das ist fast eine Glaubensfrage! So fest sind die Meinungen der jeweiligen Gegner und Befürworter einzementiert. In den letzten Jahren wurden neu Gerbverfahren und Verarbeitungsvarianten für Leder entwickelt, damit lohnt sich eine neue Betrachtung. Leder ist jedenfalls die nachhaltigere, pflegeleichtere und haltbarere Variant. Hier bieten wir zwei außergewöhnliche Qualitäten an. Übrigens – für Leder muss kein Tier sterben, es „entsteht“ bei der Fleischproduktion.

Qualität ohne Gift

Die Gerbung macht aus der rohen Tierhaut das Leder, alle Details zum Verfahren der Gerbung findest Du auf Wikipedia. Wenn Du Ledergerbung als hochgiftigen, chemischen Prozess mit hohen Gesundheitsrisiken der Verarbeiter in Erinnerung hast, dann solltest Du jetzt umdenken. Keine Frage, diese Herstellungsverfahren gibt es noch, vor allem in Ländern der Dritten Welt, die so hergestellten Produkte kommen in der Regel aber nicht nach Europa. Verschiedene Behörden und Institutionen überwachen die Schadstofffreiheit des Materials, z.B. die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel. Die Polstermöbelhersteller haben sich verpflichtet, deren Qualitätsrichtlinien zu beachten und verarbeiten nur Leder, die frei von PCP, CFC und verbotenen AZO-Farbstoffen sind.

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Herstellung ohne Chemie

Eine optimale Alternative, die erst gar keine Bedenken aufkommen lässt, ist Leder, das pflanzlich gegerbt ist und damit keine Chemie, Insektizide oder Schwermetalle enthält. Der Gerbsud wird hier nicht chemisch aus Chromsalzen hergestellt, sondern aus Auszügen von pflanzlichen Rohstoffen wie Blätter oder Rinde. Ein ähnliches Gerbverfahren nutzt Produktionsrückstände und Blätter des Olivenbaumes. Anders als bei chemischer Gerbung können hier die verwendeten Substanzen nie völlig gleich abgemischt werden. Damit sind auch die einzelnen Lederchargen farblich nicht ganz einheitlich. Da keine Lösungsmittel enthalten sind, riecht das Leder einige Zeit, bis es abgelüftet ist.

Naturleder – naturbelassen oder nachbehandelt

Diese Leder werden üblicherweise nicht oberflächenkorrigiert, sondern zum Feuchtigkeitsschutz nur gewachst oder geölt. Sie behalten ihre angenehme Haptik und die Atmungsaktivität. Damit zeigen die Häute auch Naturmerkmale- die „Erlebnisse“ des Rindes oder des Wasserbüffels wie Heckenrisse, Dungflecken, Zecken- oder Mückenstiche, Milbenbefall, Hornstöße, Gabelstiche, Striegelrisse und sogar Brandzeichen. Dadurch dass die Oberfläche nicht mit Lack gedeckt oder pigmentiert ist, greift sie sich auch angenehm warm an und ist besonders anschmiegsam. Das Argument „Leder ist kalt“ stimmt hier absolut nicht. Aber diese Leder sind nur bedingt für Kleinkinder geeignet.

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Die gebräuchlichsten Leder im Handel

Sie können klassisch oder pflanzlich gegerbt sein, von Rind oder Wasserbüffel stammen:

  • Anilinleder: gegerbt, nicht gedeckt oder pigmentiert (überlackiert) – unser Leder 2099
  • Wildanilin-Leder: Anilinleder von wildlebenden Tieren
  • Semi-Anilinleder: leicht bzw. transparent gedeckt oder pigmentiert – unser Leder 2035
  • Rauleder, geschliffenes Leder, Nubuk: hier ist die Oberfläche aufgeraut
  • Gedecktes oder pigmentiertes Leder: wird farbgebend, vollflächig überlackiert
  • PU-Leder: Spaltleder mit aufgedampfter Polyurethanfolie als Oberfläche
  • Naturleder – Wasserbüffelleder: pflanzlich gegerbt, nicht gedeckt oder pigmentiert (überlackiert) – unser Leder 2070

Gedecktes/pigmentiertes Leder und PU Leder sind die am häufigsten verwendeten Varianten. Üblicherweise wird die Haut gespaltet, meist wird die oberste Schicht – der Narbenspalt – verarbeitet. Aus dem Fleischspalt können Spaltleder, Rauleder und Nubuk hergestellt werden, das Narbenbild entsteht hier durch Prägung. Ungespaltene Leder bezeichnet man als Dickleder, diese können 4 bis 6mm dick sein. Die Narbe – die Oberfläche der Haut – weist unterschiedliche Strukturen auf. Am Rücken und am Bauch, den stark gespannten Partien, sind die Falten eher klein. An den Ansatzstellen der Extremitäten und am Nacken sind die Falten größer und ausgeprägter. Echtes Leder ist sofort an diesen Merkmalen zu erkennen.

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Einheitlich oder unterschiedlich

Die wesentlichen Vorzüge von gedecktem bzw. pigmentierten Leder sind seine Strapazierfähigkeit, die Wasserabweisende Oberfläche und die Farbgleichheit der einzelnen Zuschnitt-Teile. Naturleder geölt oder gewachst zeigt alle Naturmerkmale, die Häute sind in sich unterschiedlich im Farbton. Echte Lederkenner schätzen genau diese Merkmale, da sie typisch für das Naturmaterial Rinds- oder Wasserbüffelleder sind. Die Häute von im Stall gehaltenen Tieren zeigen weniger Naturmerkmale als die von freilebenden Tieren.

Lichtechtheit und Pflege

Chemisch gegerbte Leder bleichen aus, pflanzlich gegerbte Leder dunkeln nach. Prinzipiell ist Leder nicht für andauernde, starke Sonneneinstrahlung geeignet, es kann sich stark verfärben. Wenn Du das Leder Deines Polstermöbels pflegen willst, probiere das passende Mittel unbedingt zuerst an einer nicht sichtbaren Stelle aus. Es kann sein, dass dadurch die Farbe stark verändert wird. Beschädigungen an Lederoberflächen können vom Fachmann repariert werden.

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Pflege & Reinigung, Reparatur & Instandsetzung

Unsere Produkte sind robust und haltbar. Trotzdem kann irgendwann ein Ungeschick passieren, ein Fleck kann „entstehen“ oder das Leder kann beschädigt werden. Hier findest Du Pflegeprodukte speziell abgestimmt auf unsere Modelle: www.bullfrog-care.de. Du kannst die Lederbezeichnung Deines Möbels eingeben, um genau die richtigen Produkte zu finden, auch für Stoff gibt es das Richtige. Auch das Innenleben mit Federn und Polsterung kann durch unsachgemäßen Gebrauch Schaden nehmen. Da ist es gut, wenn man jemand hat, der das womöglich wieder in Ordnung bringt. Unter www.polsterservice.de findest Du Hilfe für Reparaturen und Reinigung, bei www.artus.eu hast Du Spezialisten, die nicht nur Lederoberflächen instand setzen. Bei Flecken findest Du Hilfe auf www.fleckenportal.de.

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